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FOTOS:©M.Ribitzki

                                                  

Braunhausen ist ein idyllisch gelegener Ort im Hessischen Bergland, am Rande des Richelsdorfer Gebirges, der bis zur hessischen Gebiets- und Verwaltungsreform (31. Dezember 1971) als selbständige Gemeinde dem Landkreis Rotenburg/Fulda angehörte.

Seit dieser umfassenden Reform ist Braunhausen ein Stadtteil von Bebra und liegt im heutigen Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Die urkundliche Ersterwähnung erfolgte im Jahr 1252. Somit kann der Ort auf eine über 750 Jahre alte Geschichte zurückblicken.

Derzeit leben rund 120 Einwohner in Braunhausen.

 TEXT: Jens Mohr ( Ortsvorsteher )

                             Damals Schule - heute Dorfgemeinschaftshaus↓


Grube Franziska

Von 1921-1923 und von 1937-1967 wurde in der Grube Franziska
bergmännisch Schwerspat (Baryt, BaS04) gewonnen. Der Spat fällt
durch sein hohes Gewicht und seine weiße Farbe auf. Er wird technisch
als Farbpigment, Füllstoff in der Gummi- und Papierindustrie und auch
im Strahlenschutz verwendet.
Seit Anfang des 18. Jahrhunderts ist zudem Bergbau auf Kobalt (Blau-
farbenerz) im Feld der Grube Franziska belegt, welches u. a. zum
Blaufärben von Glas und Keramik verwendet wurde.

Vor Ort wurde der Schwerspat unter der deutschen Baryt-Industrie
Dr. R. Alberti in drei Gängen abgebaut: Der Bühl-Gang (auf 800 m),
der Ludwigsglücker-Gang (auf 400 m) und der Erdfelder-Gang (auf
1300 m).

Von 1937-1967 wurden insgesamt 255.110 Tonnen Baryt in drei Tief-
bausohlen und zwei Tages-Schächten bis 80 m unter Talniveau ge-
wonnen. Die Grube Franziska war nach Schließung der Grube Münden
(Nentershausen) im Jahr 1951 das bedeutendste Baryt-Bergwerk des
Richelsdorfer Gebirges. Der Abtransport des gewonnenen Materials
erfolgte über Pferdefuhrwerke zum Bebraer Bahnhof, später per LKW
zur firmeneigenen Barytwerk-Spatmühle nach Sontra.

Sämtliche Schwerspatgruben im Richelsdorfer Gebirge wurden im
Jahr 1967 wegen Erschöpfung der Spatreserven stillgelegt. So erfolgte
auch die „Auflassung“ (Stilllegung) der Grube Franziska im Frühjahr 1967.

Von den Tagesanlagen zu erkennen sind noch das Stollenmundloch und
die Reste des Spatbunkers, ebenso ist das Fördermaschinenhaus des
Ostschachtes (am Berg) erhalten.

Der Bergbau, nun erloschen, hat somit über Jahrhunderte unsere
Landschaft und deren Einwohner geprägt.

Text: Karl Mohr, Braunhausen


Die Franzosenstraße

Zwischen Fulda und Werra verläuft ein gleichmäßiger Höhenzug vom Meißner bis zur Rhön. Diese Wasserscheide wurde in uralten Zeiten als Höhenweg benutzt, ein Teil des Weges heißt „Franzosenstraße“.

In Bebra beginnen zwei Franzosenstraßen. Die eine führt in nordwestlicher Richtung am Friedhof vorbei zum „Martholz“, hält sich stets aufdem Bergkamm zwischen Hasel- und Bebratal, geht über den „Schwarzen Stock“ an Spangenberg und Burg Reichenbach vorbeinach Hessisch Lichtenau.

Die andere Franzosenstraße beginnt bei der Blücherstraße in Bebra und führt in nordöstlicher Richtung über den Kesselsberg, benutzt den Bergkamm zwischen Bebra- und Solztal, kreuzt die Straße Bebra-Sontra bei den „Drei Linden“ und vereinigt sich am „Schwarzen Stock“ mit der westlichen Franzosenstraße.


Als Franzosenstraße ist im Volksmund nur die östliche bekannt, jedoch ist die westliche die ältere Straße. Sie ist so alt wie Bebra, das 786 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde.

Damals mieden die Volksstämme bei ihren Zügen, sowie die Händler mit ihren Karren die unwegbaren und unsicheren Täler. Sie bahnten sich ihre Wege auf den Bergkämmen entlang. Solch eine alte Handels- und Heeresstraße ist auch die Franzosenstraße. Besonders wurde sie seit undenkbaren Zeiten von Händlern bevorzugt, die von Sooden her ihr damals noch sehr wertvolles Salz in die Lande brachten.

Sie ist in Kriegszeiten von den hin- und herziehenden Truppen fleißig benutzt worden. Auch Napoleon zog mit seinen zahlreichen Truppen auf beiden Franzosenstraßen. Wahrscheinlich kommt ihr Name aus dieser Zeit. Noch im Jahre 1806 sah der junge Vilmar  (geb. 1800 in Solz, später Theologe und Professor an der Universität Marburg) von der „Hohen Buche“ bei Solz aus die französischen Bajonette blitzen und die mit Schimmeln bespannten Kanonen, Haufen an Haufen, Kolonne an Kolonne hinab nach Kassel ziehen.

Als man aber anfing, die Straßen in den Tälern auszubauen, beachtete man sie nicht mehr. So wurde sie nach und nach ein Feldweg wie viele andere. Ginster und Heidekraut, Gras, Farnkraut und Moos überwucherten die tief eingefahrenen Hohlwege, und alles von ihr wäre schon längst vergessen, wenn nicht einige kleine Erinnerungsstücke sich erhalten hätten. Das ist der Name. Ferner ist es ein alter, knorriger Eichbaum, die „Betteleiche“, der am Waldtor einsam steht und mit seinen verkrüppelten Fingern in die Zeiten zeigt, wo man nicht tagelang zu warten brauchte, um Vorübergehende um eine Gabe zu bitten. Weiter geht noch die Sage in den Dörfern um, dass bei den „Drei Kreuzen“ drei französische Offiziere begraben lägen, die auf dem Marsche hier gestorben und begraben worden seien.

Die Gelehrten sagen, das Wort „Franzosenstraße“ sei entstanden aus „Wrosenstraße“, das ist ein mit Gras bewachsener verraster Waldweg, der an manchen Stellen auch mit einem „Frosenholz“, das vom Volksmund in „Franzosenholz“ umgewandelt wurde, belegt gewesen sei. Die alten Leute haben ihr nicht umsonst den Namen „Franzosenstraße“ gegeben, der sich nun als einzige Erinnerung an die schlimme Franzosenzeit, als welsche Soldaten in unserer Heimat Krieg führen und wie die Unholde hausen konnten, von Geschlecht zu Geschlecht fortpflanzt. Noch bis in die 1940er Jahre gingen Braunhäuser mit der Kötze auf dem Rücken auf der Franzosenstraße nach Bebra, um dort Eier zu verkaufen und auch selbst Einkäufe zu erledigen. Die Franzosenstraße ist der „Rennsteig“ unserer Heimat. Man kann auf ihr von Bebra bis Hessisch Lichtenau wandern, ohne ein Dorf zu berühren. Durch den Taleinschnitt, der durch das Abtragen des Braunhäuser Tunnels 1962 entstanden ist, wurde die Franzosenstraße hier unterbrochen und führt auf der Höhe zwischen Braunhausen und Asmushausen weiter.

Wiegandsruh

Dieser Ruhe- und Rastplatz wurde von dem letzten Braunhäuser Lehrer Wiegand angelegt und nach ihm benannt.






Quelle: „Rund um den Alheimer“, Heft 1: "Was uns die Franzosenstraße erzählt“ von Hans Neumann, Bebra.

Text und Fotos: Edith Lingelbach, Braunhausen

Kirche

Die Kirche wurde in den Jahren 1902 – 1904 erbaut und am 21. 5. 1905 eingeweiht. Zur Einweihung schenkte Kaiserin Auguste Viktoria (1858 – 1921, Gemahlin von Kaiser Wilhelm II.) der Kirchengemeinde Braunhausen eine kunstvoll gearbeitete Altarbibel.

Die Königliche Regierung verfügte, dass die Kirche 120 Erwachsenenplätze im Kirchenschiff und 30 Kinderplätze auf der Empore haben dürfe. Auch die Übernahme der alten Orgel und der Glocken aus der alten Kirche wurde angeordnet.

Die Orgel wurde z. T. erneuert und modernisiert. Die drei Glocken (2 Gusstahl, 70 und 100 kg, aus dem 19. Jahrhundert und 1 Bronzeglocke) wurden 1904 in die neue Kirche überführt. Die Bronzeglocke wurde im Ersten Weltkrieg vom Kriegsministerium für die Rüstungsindustrie beschlagnahmt und 1917 an den Staat abgeliefert. Der Chorraum wird durch zwei in Glasmalerei gefertigte Fenster beherrscht. Sie schmücken unsere Kirche mit den Motiven von „Christus dem guten Hirten“ und dem „Apostel Johannes“.

                                                                       FOTOS: ©E.Lingelbach

                                                                        FOTOS: ©R.Salzmann

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